MASCHINEN


Regina Baierl fügt ihrer künstlerischen Praxis mit den jetzt

vorgestellten Arbeiten eine ganz neue Komponente hinzu.


Baierls aktuelle Arbeiten konfrontieren den Betrachter mit einer rätselhaften Welt, deren Elemente mitunter ebenso verstörend wie befreiend wirken können. Ihre Objekte aus Möbeln und Alltagsgegenständen, die sie in aufgelösten Haushalten und Wohnungen findet und zu raumgreifenden Situationen assembliert, zeigen bisher unvermutete Aspekte ihrer künstlerischen Absichten.

Fanden in früherer Praxis Restposten der Zivilisation mit ihren originalen Oberflächen und Spuren vergangener Leben Eingang, werden diese Spuren nun nach und nach durch überlagernde Farbschichten neutralisiert und damit von vermeintlich innewohnender Bedeutung befreit. Die oft als Gehäuse betitelten Arbeiten entrücken sich zunehmend selbst aus ihrer räumlichen und zeitlichen Zuordnung und entziehen sich damit einer allzu vorschnellen Deutung als Schreine der Erinnerung. Sie bewegen sich von nun an ausserhalb tradierter

Vorstellungen von Zugehörigkeit. Die Künstlerin selbst bezeichnet ihre Objekte oft als Maschinen, aber solche, die nichts und niemandem dienen, sondern mitunter ein bedrohliches Eigenleben entwickeln. Ihre Arbeiten

halten Spannung und Intensität, egal in welchem Masstab oder auf welchem

Medium.

Alexander Müller

Foto: Michael Heinrich

Foto: Michael Heinrich

Maschine 11.2020 (Rückansicht)

Maschine 10.2020

Maschine 1.2020

Maschine 2.2020